Das wären dann 60….

Krass. Wenn ich mir das vorstelle…. 60 Kilo weniger als vor etwas über 6 Monaten! Ich kann es mir garnicht vorstellen. Wenn ich jetzt aber so durch die Gegend laufe und mich in Schaufenstern oder so spiegele, dann kann ich den Blick momentan nicht abwenden. Ich sehe so „normal“ aus. Nicht mehr krankhaft Fettleibig, sondern 0815… Bin ich das? Ist das nur ein Traum? Wenn ja dann möchte ich nicht mehr aufwachen. Es ist so ein tolles Lebensgefühl. Ich fühle mich super, einfach toll. 

Mein ganzes Leben hat sich echt heftig geändert. Ich war gerade 4km spazieren (mal eben) und bin nicht außer Atem oder fertig, ich beginne Anfang nächsten Jahres einen neuen Job, bin viel unterwegs (heute Abend beispielsweise auf einem Konzert von Mark Forster) und ich komme mir nicht mehr beobachtet vor, sondern ganz normal. Ich fühle mich nicht mehr wie „der Fette“, sondern wie „Sascha“. 

Habe ich meinen Charakter geändert? Ja, definitiv. Ich züchte mir ne neue Frisur, habe eine neue Brille und lege etwas mehr wert auf mein äusseres. (Leider fehlen hier noch ein paar Kilo bis wirklich alles besser passt). Ich versuche sportlicher zu sein und hinterfrage meinen inneren Schweinehund. Ich ernähre mich besser und bin selbstbewusster. Und ich werde ein wenig eitel. Das ist vielleicht nicht toll für jeden, aber ich denke auch verständlich für alle die mich kannten und wissen wie ich aussah. Meine Frau meinte, auf das Thema „Eitel“ bezogen, dass ich momentan natürlich der Meister im „Fishing for compliments“ bin, aber sie das sogar süß findet, weil sich alle die mich kennen über meine Gewichtsabnahme freuen und ich endlich auch mal ein wenig eitel sein darf. 

Aber es gibt natürlich auch negatives zu meinem jetzigen Charakter zu berichten. Ich bin zu kritisch mit anderen übergewichtigen Mitmenschen. Das findet meine Frau ganz und gar nicht gut und da sollte ich meine Eibstellung wirklich ändern. Ich wurde operiert und ohne diese Operation hätte ich das ja auch nie geschafft. Den Schuh muss und will ich mir anziehen. 

Was mittlerweile wirklich einfacher geworden ist: Essen. Es geht immer besser und ja, die Mengen werden immer etwas größer. Wenn ich länger nichts gegessen habe, dann bekomme ich schmerzen im Bereich des Brustkorbes. Das ist neu aber nun gut. Das ist eben mein Hungergefühl, damit muss ich leben. Aber essen kann ich fast alles. Gestern waren wir beispielsweise beim Running Sushi und ich habe keinerlei Probleme gehabt. Außer das ich etwas viel gegessen hatte und feststellen musste das ich dieses „voll Gefühl“ nicht mehr mag. Satt okay, aber voll fühlt sich nicht so gut an. Den Keramik Gott habe ich schon lange nicht mehr anbeten müssen, ich habe ja mittlerweile gelernt wann genug ist. 

So, dass als kleiner Zwischenstand.