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So viele Fehlinformationen und Quatsch zum Magenbypass

Ich werde da zwar noch ein Video zu machen, aber ich muss mir den Frust mal von der Seele schreiben, sonst Platze ich!

Ich bin ja in einigen Facebook-Gruppen, die das Thema Adipositas-Chirugie behandeln unterwegs. Und ich lese recht viel und gebe ab und an mal meinen Senf (nicht zu scharf, hab ja nen Bypass) dazu, da ich informieren möchte und ja selbst mal „klein“ angefangen habe und alle Möglichen Informationen aufgesaugt habe. Man hört ja auch ab- und an neue Sachen (wenn man geschriebenes hören kann…. 🙂 ) und lernt neue Leute kennen. Alles schön und gut…. ABER:

„Wenn ich Fehlinformationen haben möchte, dann höre ich auf Facebook!“

Es gibt da soviel Quatsch und Nonsens der dort verbreitet wird. Unglaublich! Ich meine, ich bin nu kein Doc und auch kein Ernährungswissenschaftler, aber ich habe mich sehr lange und ausführlich mit dem Thema Magenbypass beschäftigt und denke das ich da ganz gut mitreden kann. Ich denke auch, dass ich nicht auf jeden Trick der Pharmaindustrie reinfallen muss und will. Ist das so tragisch?

Ein Beispiel was ich des Öfteren höre und was tatsächlich falsch ist:

„Ich kaufe mir lieber Teure Vitamin-Präparate, nicht so ein Discount (wahlweise auch Drogerie)-Schrott!“

Das ist so ein Unfug! Kommt ihr noch klar?? Ich meine: Was ist besser an teuren Vitaminen, als an dem Zeug das ich mir beim Aldi und bei Rossmann kaufen kann? Jetzt kommt mir nicht mit „die Zusammensetzung ist viel besser und die Vitamine sind hochwertiger!“. Das ist Blödsinn! Die Zusammensetzung ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich, hat aber nichts mit dem Hersteller als solches zu tun. Vitamine herzustellen (die Otto-Normal-Vitamine) ist lächerlich günstig! Googelt mal ein wenig. Da finden sich einige super Artikel zu! Wenn ich natürlich Multi-Milliardär bin, klar, dann kaufe ich mir meine Vitamine in der Apotheke, aber auch nur weil ich es kann! Nicht weil ich es sollte! Mit dem Geld kaufe ich mir lieber wieder neue Klamotten oder Reise in die USA 🙂 Macht was ihr wollt, aber ernsthaft: Ihr kauft doch auch den Ultimate-Sprit bei Shell weil dieser „besser“ ist, oder? Lustig….

„Du hast Dich noch gar nicht informiert! Rede erstmal mit Deinem Arzt!“

Stellen wir uns mal folgendes Szenario vor (Ähnlichkeiten zu Personen sind nicht gewollt, können aber dennoch vorkommen):

Du hast nen BMI von 45. Seit Jahren versuchst Du alle Diäten und im Endeffekt bekommst Du nur noch mehr Gewicht auf den (anscheinend Stahlträger-) Hüften und bist verzweifelt. Du weißt das es so nicht mehr weitergehen kann (oder auf längere Sicht: wird) und brauchst eine Lösung. Also, MacBook aufgeklappt und gegoogelt… „drastischer Gewichtsverlust“… AHA! „Magenband…“ OHA! „Magenbypass“ JUHUUU! Aber was ist das genau? Wo kann man das machen lassen, welche Vor- und Nachteile hat der Spaß? Wie teuer is´n sowas? Krieg ich das beim REWE? Da guck ich doch mal bei Facebook ob das jemand weiß! Siehe da! Es gibt Gruppen! Die Frage ich jetzt mal so Sachen wie ich diese oben genannt habe. Ich bekomme Antworten! Juhuuu! Ach so läuft das!…. Ein paar Stunden später sehe ich das ich wieder eine Mitteilung bekommen habe: Zitat:“Du weist ja gar nichts, geh mal Deinen Arzt fragen!“….

Ich würde mir dann denken:

  1. Danke für diesen Nutzlosen „Tipp“
  2. Ja, mache ich… Wenn ich mich im Vorfeld informiert habe!
  3. Wenn Du kein Bock hast Antworten zu geben, warum schreibst Du dann überhaupt?
  4. Wird man zickig durch nen Magenbypass?

Also bitte, entweder helfen oder sein lassen. Aber nicht die Fragenden als Idioten verkaufen. Das finde ich vollkommen bescheuert!

„Ich habe Vitamin B12 Schmelztabletten und brauche nicht Spritzen: BÄTSCH!“

Stimmt. Nicht! Irgendwann kriegt der Vitamin B12 Mangel Dich! Versprochen!

Vitamin B12 als Schmelztablette beim Magenbypass ist absoluter quatsch. Es kommt nämlich einfach nix mehr an. Es geht beim Magenbypass NUR durch Spritzen! Ist einfach so. Freundet Euch damit an…

„Wieviele Kilokalorien darf ich denn zu mir nehmen?? Mhhh???“

Ähm, hä?

Durch den Magenbypass hast Du sowieso eine schlechtere Malabsorption! Darüber darfst Du Dich sogar freuen! Denn Dein Körper kann gar nicht mehr alles einspeichern was durch die Futterluke kommt! Und wie wir ja mittlerweile wissen: Da kommt sowieso nicht mehr soviel rein. Wie auch? Kalorienzählen funktioniert glücklicherweise nicht mehr, da man die in unserem Fall gar nicht richtig berechnen kann! Davon mal ab: Das ist hier keine Diät…. Ich fände das, gelinde gesagt, ziemlich bedeppert wenn man sich operieren lässt und dann Weight Watchers Goldnadel-Besitzer werden will. Ne! Wenn Du einen Magenbypass hast, dann ernähre Dich einfach gesünder und achte auf die Proteine. Dein Körper sagt Dir schon was er will. Und eins will er auf keinen Fall: Kalorien zählen!

„Geht Cola dann auch nicht mehr?“

Klar geht Cola! Ist auch ne super Idee! So bekommt man wenigstens n Spätdumping vom feinsten und nimmt kein Gramm ab! Baby baby Sugar Sugar!

Ernsthaft? Nicht wirklich oder? Kurzum: Wenn man sich Kohlenhydrathe bis zum abwinken reinpfeift, dann wäre eine Therapie vielleicht doch besser als ein Magenbypass….

„Durch Kohlensäure dehnt sich der Bypass!“

Ja, und wenn er dann richtig gedehnt ist dann Platzt der! Was für ein Unfug! Beobachtet Euch doch mal selbst: Trinkt mal nen ordentlichen Schluck Mineralwasser mit viel Kohlensäure… was passiert nach ein paar Sekunden? Kennt ihr dieses Geräusch: „Rüüüüüüüüüüüüülpss!“ Das ist das natürliche, Serienmäßig verbaute Überdruckventil des Körpers (wenn Du ein Körper hast, dann sollte das auch bei Dir funktionieren!). Was passiert da? Vielleicht Druckabbau? Könnte das sein? Mhhhh?? Wieviel Kraft müsste man über einen langen Zeitraum ausüben um ein Stück Schweinehaut zu dehnen OHNE das sie reißt? Versucht das mal. Lasst Euch nicht bekloppt machen durch solche „Schreckensmeldungen“. Es kann nur sein das ihr irgendwann wieder mehr Essen könnt. Warum? Weil sich der Körper an den Bypass gewöhnt hat. Nicht weil er sich „dehnt“. Unfug!

 

So, ich habe mich jetzt genug aufgeregt. Aber wie gesagt: Ein Video folgt in den nächsten Tagen, meine Finger fangen ja schon langsam an zu bluten!

An alle Nicht-Operierten:

Fragt! Bitte fragt!!! Es gibt nix schlimmeres als ohne Ahnung operiert zu werden! Das ist dann nicht wirklich eine Hilfe, sondern mehr eine Falle!

An alle Operierten:

Denkt mal dran wie es Euch vor der OP ging und welche Fragen ihr so hattet. Bitte Antwortet vernünftig oder haltet, verdammt noch mal, Eure Klappe!

In diesem Sinne!

Gruß,

Sascha

 

Das wären dann 60….

Krass. Wenn ich mir das vorstelle…. 60 Kilo weniger als vor etwas über 6 Monaten! Ich kann es mir garnicht vorstellen. Wenn ich jetzt aber so durch die Gegend laufe und mich in Schaufenstern oder so spiegele, dann kann ich den Blick momentan nicht abwenden. Ich sehe so „normal“ aus. Nicht mehr krankhaft Fettleibig, sondern 0815… Bin ich das? Ist das nur ein Traum? Wenn ja dann möchte ich nicht mehr aufwachen. Es ist so ein tolles Lebensgefühl. Ich fühle mich super, einfach toll. 

Mein ganzes Leben hat sich echt heftig geändert. Ich war gerade 4km spazieren (mal eben) und bin nicht außer Atem oder fertig, ich beginne Anfang nächsten Jahres einen neuen Job, bin viel unterwegs (heute Abend beispielsweise auf einem Konzert von Mark Forster) und ich komme mir nicht mehr beobachtet vor, sondern ganz normal. Ich fühle mich nicht mehr wie „der Fette“, sondern wie „Sascha“. 

Habe ich meinen Charakter geändert? Ja, definitiv. Ich züchte mir ne neue Frisur, habe eine neue Brille und lege etwas mehr wert auf mein äusseres. (Leider fehlen hier noch ein paar Kilo bis wirklich alles besser passt). Ich versuche sportlicher zu sein und hinterfrage meinen inneren Schweinehund. Ich ernähre mich besser und bin selbstbewusster. Und ich werde ein wenig eitel. Das ist vielleicht nicht toll für jeden, aber ich denke auch verständlich für alle die mich kannten und wissen wie ich aussah. Meine Frau meinte, auf das Thema „Eitel“ bezogen, dass ich momentan natürlich der Meister im „Fishing for compliments“ bin, aber sie das sogar süß findet, weil sich alle die mich kennen über meine Gewichtsabnahme freuen und ich endlich auch mal ein wenig eitel sein darf. 

Aber es gibt natürlich auch negatives zu meinem jetzigen Charakter zu berichten. Ich bin zu kritisch mit anderen übergewichtigen Mitmenschen. Das findet meine Frau ganz und gar nicht gut und da sollte ich meine Eibstellung wirklich ändern. Ich wurde operiert und ohne diese Operation hätte ich das ja auch nie geschafft. Den Schuh muss und will ich mir anziehen. 

Was mittlerweile wirklich einfacher geworden ist: Essen. Es geht immer besser und ja, die Mengen werden immer etwas größer. Wenn ich länger nichts gegessen habe, dann bekomme ich schmerzen im Bereich des Brustkorbes. Das ist neu aber nun gut. Das ist eben mein Hungergefühl, damit muss ich leben. Aber essen kann ich fast alles. Gestern waren wir beispielsweise beim Running Sushi und ich habe keinerlei Probleme gehabt. Außer das ich etwas viel gegessen hatte und feststellen musste das ich dieses „voll Gefühl“ nicht mehr mag. Satt okay, aber voll fühlt sich nicht so gut an. Den Keramik Gott habe ich schon lange nicht mehr anbeten müssen, ich habe ja mittlerweile gelernt wann genug ist. 

So, dass als kleiner Zwischenstand. 

  
  

…und weiter gehts – Teil 2 – Status aus dem Krankenhaus

Nagut… Ich bin schon ein paar Tage zuhause, schulde Euch aber noch die weiteren Krankenhaustage! Deswegen gehts jetzt hier weiter:

Intensivstation -> normale Station

Nach der Nacht auf der Intensivstation kam ich dann auf die „normale“ Station. Was im St. Martinus Krankenhaus in Düsseldorf eher einen Hotelzimmer ähnelt! 2-Bett-Zimmer, komplettes Badezimmer auf dem Zimmer, jeder hat seinen eigenen Fernseher, elektrisch Verstellbare Betten (meins haben die aufgrund meiner größe auch sofort verlängert), und das coolste (im wahrsten Sinne des Wortes): Ein Nachttisch mit eingebautem Kühlschrank!!! Also pro Bett! Jeder seinen eigenen (sehr leisen) Kühlschrank.

Also wie schon gesagt, es wurde leider schon ca. 11.30 Uhr als ich auf die normale Station kam. Meine Sachen waren schon im Schrank, und ich lag etwas verdaddert im Bett. Ist ja klar, nach so einer OP! Nunja, ich begrüsste meinen Zimmer-Nachbarn (Huhu Egon!). Nachdem wir uns ausgetauscht hatten was wer hatte, habe ich eigentlich schon fast wieder geschlafen. Ich denke das mich die Medikamente und die Narkose so extrem Müde gemacht haben. Kurz darauf kam meine Frau mit unserer Freundin Maren ins Zimmer gestiefelt um mich zu besuchen. Wie schon gesagt… ich war im Fast-Schlaf, also noch ziemlich fertig. Aus diesem Grund blieben die beiden auch nicht so lange, damit ich ich weiter ausruhen konnte. War aber super das die beiden da waren. In einer Klinik 88km von zuhause weg zu liegen ist eben ein wenig seltsam und man bekommt schnell Heimweh.

Der Tagesablauf gestaltete sich ziemlich ruhig und ich hatte keine Schmerzen. Naja, auf der Seite schlafen konnte ich zwar noch nicht, aber sonst nix. Kein garnix… kein Zwicken, nerven, stechen, schmerzen… Nix! Ich dachte teilweise das die mich verarscht hatten! Nur 5-kleine Schnitte gemacht, damit es nach was aussieht und dann nix trinken dürfen, damit es professioneller wirkt?? Nicht mit mir! 🙂

Trinken durfte ich bis spät Nachmittags immer noch nichts, sondern nur mit dieser dämlichen 20ml Spritze alle 15 Minuten meine Zunge wässern. Aber dann: „Möchten Sie einen Tee zum „Abendessen““? „JAAAAAAAA!!!!!“… ich durfte (nach 20facher Nachfrage ob das wirklich okay sei) endlich trinken. KLEINE SCHLÜCKE!! WIRKLICH KLEIN!! Was für eine Erleichterung! Kennt ihr noch den Typen in den 90ern der in der Punica Oase unterwegs war?? Genau so habe ich mich Gefühlt! Es wurde echt Zeit! Beim 2. oder 3. Schluck merkte ich dann aber auch das da doch was ist. Ein seltsames Gefühl… irgendwie, als wenn der letzte Schluck steckenblieb… so fühlt sich das also an. Eine Sekunde später war dieses Gefühl wieder weg und mein „Magen… naja Pouch“ gluckerte lustig vor sich hin. Alles cool!

Als ich das fühlte, gingen ganz andere Gefühle in mir los. Eine Art „Schutzmechanismus“ war ohne mein zutun auf einmal da! Ich hörte auf meinen Körper. Er spricht wirklich mit mir, in dem er mir andere Gefühle vermittelt als die die ich kannte. Bis jetzt gab es kein Satt für mich, sondern nur fressen bis mir schlecht wird. Es gab aber dafür Hunger, diesen ständigen und immer präsenten Hunger. Ich hörte in meinen Körper hinein und versuchte herauszufinden wann ich eeeeeeendlich (hatte ja mehr als 2 Tage nix gegessen) wieder Hunger bekomme. Die schlichte Antwort: Garnicht. Ich habe seit dem Tag kein einziges mal mehr Hunger gehabt! Keinen Hunger! Stellt Euch das mal vor! Null, nix, keinen!!

Ich gebe zu das ich mir kurz nach der OP dachte ob es alles richtig ist was ich hier mache. Ob ich vielleicht über das Ziel hinausgeschossen bin? Ob meine Lebensqualität nicht viel zu sehr darunter leidet. Den Gedanken hatte ich bis ich Samstags realisiert hatte, dass es ganz und gar nicht so ist. Im Gegenteil: Sascha 2.0! Jetzt geht es nochmal richtig los! Es ist ein Wunder der Moderne das man so etwas überhaupt operieren kann. Das man einem verzweifelten, adipösen Menschen, der jeden Tag gegen seine Umwelt und sich selbst kämpfen muss noch eine zweite Chance geben kann.

Die restlichen Tage waren ganz normal im Krankenhaus. Ab Samstags nahm ich keinerlei Schmerzmittel mehr ein ich bekam (jeden) Morgen Brühe und Milchsuppe (ich hatte das Gefühl im Werner-Film zu stecken), Mittags Brühe und gedingsbumste Suppe, Abends Brühe und Milchsuppe.. Naja die Speisekarte war nicht umfangreich, aber wenigstens ein wenig Geschmack auf der Zunge. Auch wenn ich nie ein Schälchen wirklich leer bekommen hatte. Ich wurde also auch wieder klarer in der Rübe und war auch wacher. Meine Familie und Freunde kamen mich ab und an besuchen, ich ging auch mal wieder mit „dampfen“ (E-Ziggi, nicht Fluppe. Weil Fluppe sowieso Bäh und E-Ziggi = Toll!) und die Zeit verging. Oh wartet, die „Ich will duschen Story“… die muß ich Euch noch ertippen!!!

Reinigung der Plauze – oder – Frostschock beim Duschen

Am Wochenende wurde klar das ich, wenn nix böses dazwischen kommt, am Montag das St. Martinus verlassen kann und endlich nach Hause darf.

Sonntagmorgen dachte ich mir dann: Kerl, Du hast seit Donnerstagmorgen nicht mehr geduscht! Nur gewaschen.. Du müffelst.. Bäh! Und rasieren könntest Du Dich auch mal! Du willst am Sonntag wenn Deine Frau Dich besucht ja nicht riechen wie ein toter Bär. Also fragte ich die Krankenschwester: „Wie isset, darf ich schon duschen?“ sie meinte „Ja sicher!“. 🙂 Ich wollte gerade ins Badezimmer stürmen, als die Krankenschwester meinte: „Es gibt nur ein Problem. Wir haben im ganzen Krankenhaus gerade ein Ausfall der Warmwasser-Versorgung. Was den Vorteil hat, dass alle Patienten die wir waschen mussten jetzt knallwach sind!“ Mist. Also erstmal weiterstinken. Ab und an sind dann ich, mein Bypass (der noch keinen Namen hatte) und meine Dunstwolke ins Badezimmer gelatscht um zu gucken ob das Wasser wieder warm wird. Das so im 15 Minuten Takt. Mittags habe ich mir dann gedacht: „Scheiss drauf (würde man ja sowieso nicht riechen), Du gehst jetzt kalt Duschen!“. Vorher hatte ich von einer Ärztin noch neue Pflaster (das erste mal nach der OP) aufgeklebt bekommen mit dem Vermerk: „Nach dem Duschen können Sie die wieder abmachen wen sie nicht irgendwo noch Wundsekret verlieren. Das sind selbstheilende Nähte, da passiert nix, ausser wenn Sie ne Stunde Baden gehen würden.“. Ich also ins Badezimmer und Klamotten runter (ja, auch ich Dusche nackt) und versuchen unter dem eigenen Gestank nicht zusammen zu brechen (oder nur zu brechen). Unter die Dusche gestellt und das Wasser langsam angemacht, so dass es fast Tröpfchenweise aus dem Duschkopf kam. Ich gebe zu, mir wurde teilweise ein wenig schumerig und ich musste meine Schreie unterdrücken. Sah von aussen bestimmt aus als wenn ich ne „Scream-Maske“ aufhatte. Egal. Nach 15 Minuten war ich kalt geduscht (bin also jetzt ein Kaltduscher und kein Schattenparker!) und habe meine Orange Plauze (von dem Desinfektions-Zeug aus dem OP) von seiner lustigen Farbe befreit. Dann fing ich an mir die Haare zu waschen, also die drei Stoppeln auf meinem Kopf die täglich mit Head & Shoulders eingerubbelt werden wollen, da die sonst aus Protest schuppen! Und das Wasser wurde auf einmal… Rate mal. Genau! Warm! Endlich! Nach dem ich also fertig bin mit Duschen wird es warm! War Murphy mit im Badezimmer? Ach wurst. Ich bin noch 5 Minuten drunter stehen geblieben und habe mich gefreut wie Tom Hanks in Castaway, als er seinen Ball wieder hat.

Danach war ich also nur noch zu zweit. Ich, der Bypass und keine Dunstwolke mehr. Was für eine Wohltat.

Nachtrag – Die Vitaminkur für die Unterhaut

Was brauch ein Bypässler wenn er denn einen Bypass hat? Richtig! Vitamine. Ich habe diese per Tropf bekommen. War ne gute Sache, bis auf das der Tropf nicht tropfte ausser wenn ich armer Tropf den Tropf zum tropfen brachte indem ich ne Faust ballte. Denn nur so floss es. Einem Tropf beim tropfen zuzusehen ist aber ungefähr so einschläfernd wie… mhhh.. schlafen (Beispielsweise). Ich dachte mir aber: „Nö, nicht wieder pennen“ und überlegte mir eine Art wie man äußerlich wachbleibt aber man sein Gehirn trotzdem zu feinstem Niederrheinischen Mus verarbeiten kann. Ich schaltete also die Glotze an. Nach ca. 45 Minuten dachte ich mir: „Was spannt meine Hand denn so? Ist das wegen dem Verband den ich darum hatte??“ ich guckte meine Hand an und dachte mir „FUCK!“. Dann klingelte ich erstmal nach der Krankenschwester. Die kam an, sah meinen Arm und meinte: „Puhaaaa, sie haben ja ne riesen Hand! 🙂 Da ist wohl was daneben gelaufen, naja, das ist nach 1-2-3-4-5 Tagen wieder weg! Dann bekommen Sie die nächsten Vitamine oral und ich entferne Ihnen mal die Nadel!“. Super 1-100 Tage… Ich konnte die Hand nicht mehr schließen da es so spannte. Aber das ging nach ein paar Tagen vorbei. 2 waren es. Nicht 100!

Arm

Meine Oralen Vitamine bekam ich wie folgt: „Machen Sie mal den Hintern frei und drehen Sie sich auf die Seite!“, mein Kommentar: „Wenn Sie denken das das bei mir oral ist, dann liegen sie aber falsch!“, sein Kommentar: „Ne, sie bekommen eine Vitamin-Spritze!“, ich dann: „Dann bin ich wiederrum froh das sie denken das da mein Oral-Eingang ist!“.

In die Moral von der Geschicht: Hast n Bypass, merkstes nicht! 🙂

Nein, wirklich: Alles perfekt gelaufen. Mir geht es gut!

 

Man was für schreckliche Wochen!

Das war vielleicht eine schlimme Zeit in den letzten Wochen. Da hatte ich alles im Kopf aber nicht das posten von Beiträgen auf meinem Blog. Sterbefall im engsten Familienkreis, ein anderer ins Heim. Alles keine schönen Sachen. Aber das Leben muss und soll weitergehen. 

Antrag!

Jetzt endlich stelle ich meinen Antrag bei der Krankenkasse. Die Unterlagen sind fertig und heute spät nachmittag hab ich einen Termin. 

Ganz schön viel Papier was man so sammelt. 

Gestern war ich noch bei der Magenspiegelung und habe diese unter Vollnarkose machen lassen. Alles schön und gut, aber seit gestern bin ich heiser und mein Gesicht sieht aus als wenn ich mit dem Arzt geboxt habe. Komplett angeschwollen und rot. Die roten stellen scheinen auch noch etwas zu bleiben. Scheint eine Nebenwirkung des Propofols zu sein. Naja. Befund war aber, bis auf den gefundenen Helicobactor ganz okay. Gegen den gibt es dann noch ne 1-2 Wöchige Medikamententherapie und dann spricht nichts gegen meinen Omega-Loop Bypass. 

Na denn. Weiter geht’s!



Netzfundstück zum Thema Haut…

Ich habe das Video gerade in einer Adipositas Gruppe auf Facebook gefunden.
Daran sollte man auf jeden Fall auch denken wenn man so ein Vorhaben hat wie ich.
Dieses Thema wird mich auch noch heftig begleiten und das Thema WHO (Wiederherstellungs-OP) wird mich natürlich auch noch bewegen. Aber ernsthaft, wenn man sich einmal mit dem ganzen Thema beschäftigt und es zu „seinem“ Thema geworden ist, dann stört einen dass am wenigsten.
Eine Adipositas OP ist KEINE Schönheits-OP. Das sollte man gerafft haben bevor man darüber nachdenkt. Es geht um Gesundheit. Das ist das wichtigste!

https://www.facebook.com/video.php?v=388446977990363

Sagte ich „kleiner Rückschlag“? :-(

Nein es ist, wie sich gestern herausstellte, ein GROSSER Rückschlag 🙁
Ich habe gestern Morgen einen Anruf vom Krankenhaus bekommen. Es würde ihnen sehr Leid tun, was da am Freitag abgelaufen ist und der Chefarzt würde gerne mit mir einen Termin vereinbaren.
Ich also dahin, mit dem Gedanken: Kompressionsstrumpf und alles wird gut. Das sollte sich ändern….
Nachdem ich 1 Stunde auf den Chefarzt gewartet habe, mich mit meiner Lieblings-Krankenschwester unterhielt, kam dann auch der Chefarzt an. Er hat die Röntgen-Aufnahmen von meinem Fuß vor und nach der OP verglichen und es scheint so als wenn die Knöchel zu weit auseinanderstehen 🙁 Das ist ein Grund für eine neue OP. Mindestens 8 Wochen nicht (!) belasten, Stellschraube der ganze Scheiss wieder von vorne. Ich bin zwar ein Mann, aber ich könnte heulen. Ich habe das gerade hinter mir und hatte gehofft das ich sowas NIE WIEDER erleiden muss.

Fuss4

Ich habe ihn dann gefragt ob das von meinem Gewicht kommen kann. Er sagte das er es nicht beschwören würde, aber hilfreich wäre es sicherlich nicht. Ich meinte dann das ich gerade dabei bin das MMK zu durchlaufen und gerne einen Magenbypass 2015 bekommen möchte. Da meinte er das wir uns überlegen müssen wann das operiert werden muss, von alleine geht das auch mit Gewichtsreduzierung nicht mehr weg. Jetzt ist die Frage: Vor- oder Nach der Bypass-OP?! Wenn ich das nicht machen sollte, werde ich auf jeden Fall recht früh eine Arthrose in dem Sprunggelenk bekommen. Ich war ja mal Orthopädischer Schuhmacher und ich weiß was das bedeutet. Nein vielen Dank, dann besser OP… FUCK.

Naja, heute Abend geht es (fast direkt) nach der Arbeit nach Düsseldorf zum Ärzte-Patienten Seminar. Morgen mache ich dann (wenn nix schief läuft) das nächste Video für Euch fertig.