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Kurzer Zwischenstand

Es ist schon wieder einige Zeit her dass ich was gepostet habe. Und bevor ihr denkt dass ich mich überhaupt nicht mehr melde, habe ich mir gedacht dass ich wenigstens einen kleinen Gewicht Status poste.

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Wie ihr sehen könnt liege ich schon einige Kilos unter meinem Zielgewicht. Der Witz dabei ist, dass ich überhaupt gar nichts dafür machen. Ganz im Gegenteil, ab und zu habe ich sogar das Gefühl dass ich zu viel esse aber trotzdem nehme ich ab. Zwar nicht mehr so viel wie am Anfang, aber immerhin. Wenn es jetzt so bleiben würde wie es momentan ist, dann hätte ich damit auch kein Problem. Also alles gut. Vielleicht schaffe ich es ja am nächsten Wochenende wieder ein kurzes Video zu veröffentlichen. Aber versprechen möchte ich nichts.

Gruß Sascha.

1 Jahr Omega-Loop-Magenbypass!!!

Yeah!!! Ein Jahr…. Da könnte man schon sentimental werden! -74kg…. (Laut Arzt -79kg). 

Ich kann mir (fast) nicht mehr vorstellen wie es war so extrem Übergewichtig gewesen zu sein. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und man gewöhnt sich schnell an neue Sachen die besser sind als die alten. Das liegt in unserer Natur. 

Ich hatte zwar bereits schon ein Video zu meinem Jahrestag veröffentlicht, aber ein paar Randnotizen fehlen mir persönlich dann doch noch. Ein paar persönliche Sachen die ich mir für die Zukunft gerne mal aufschreiben möchte. Vielleicht hat nicht alles mit dem Bypass zu tun, sondern reflektiert nur das letzte Jahr. Aber Wurst. 

Ich bekomme (fast) jeden Tag Komplimente und rede sehr viel über den Bypass. Gefragt oder ungefragt spielt meistens keine Rolle. Ich bin natürlich jedes Mal geschmeichelt und habe da auch Spaß dran. Aber ein Kompliment fehlt mir und ich würde alles dafür tun um dieses noch bekommen zu können. Aber das wird niemals der Fall sein. Wie gerne hätte ich das meine Mutter zu mir sagen würde: „Du siehst echt gut aus Muckelchen, es freut mich das das alles so funktioniert hat!“. Das Kompliment der Komplimente und es ist nicht erreichbar. Ich denke jeden Tag daran und es deprimiert mich. Vielleicht muss ich hier nur dem Wind zuhören? Vielleicht flüsterst du es mir und ich kann es nicht hören? Die Hoffnung ist da das es so ist! Wo auch immer du bist und ob du noch irgendwo bist, egal. Danke Mama!

Gerne hätte ich auch vor meiner Mutter damit rungeprollt wie sehr ich mich auf unseren Las Vegas Trip im September freue. Sie hätte mich für verrückt erklärt. Aber ernsthaft. Ich freue mich da wie klein doofi drauf. Ich denke nicht das ich das vor der OP gemacht hätte. Es ist ein Lebenstraum für mich und ich werde mir ihn dieses Jahr erfüllen können. Wahnsinn!!!

Ich habe auch ab und an das Gefühl das ich mich zu wenig bedanke. Bei Personen die mir extrem wichtig sind und die mich das ganze Jahr über begleitet haben und in jeder Situation für mich da waren. Die Leute die ich seit Millionen Jahre kenne und die jedes Mal Fragen wie es mir geht und ob noch alles in Ordnung ist. Die Leute die mir immer wieder sagen: „Freu mich für Dich!“, „Hunger dich aber nicht ganz weg, das würde mir nicht gefallen!“, „gönn es dir du konntest es davor ja nicht!“, „Kann ich dir irgendwie helfen?“. Ihr macht das Leben komplett:

  • Meine Frau Agnieszka
  • Mein Bruder Guido samt Frau Nathalie und Tochter Anastasia
  • Mein Vater (der leider im Altenheim ist)
  • Unsere besten Freunde Frank und Jessi
  • Maren
  • Stephan und Sandra
  • Piotr und Beata
  • Und alle die ich nicht so häufig sehe und auf die das oben genannte zutrifft. 

Vielen Dank!!!!!


1 Jahr Omega-Loop – Jahresrückblick 

Allen Ernstes! Nächste Woche Samstag (07.05.) ist es ein Jahr (1!!) her das ich den Omega-Loop-Magenbypass bekommen habe. Das beste was meinen Körper in meinem ganzen Leben passiert ist (ihr wisst wie ich das meine)!!!

Um meinen Magenbypass ein wenig zu feiern habe ich endlich mal wieder ein Video erstellt. Schaut gerne rein! Ich hoffe es gefällt euch. 

Ich bin echt froh was alles seit der OP passiert ist. Ich fühle mich echt wohl in meinem Körper, auch wenn ich ein wenig eitel geworden bin 🙂

Beispiel: Heute wollen wir nach Venlo (Stadt in Holland) fahren. Letztes Jahr dachte ich noch: „Wo kann man da am besten Parken und wie laufen wir damit die Strecke nicht zu weit wird?! Wo kann man da Pause machen und was Essen?“. Heute denke ich: „Was zieh ich nur an?“ 🙂

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

Interview Anfrage für´s Fernsehen…

…Tja. Ich hatte in den letzten Tagen eine Interview Anfrage von einer Fernseh-Produktionsfirma für ein Dokumentationsformat auf einem bekannten (großen) Fernsehsender bekommen. Ich war erstmal sehr erstaunt darüber und gleichzeitig sehr unsicher. Im Endeffekt habe ich heute eine Email geschrieben das ich dieses Interview nicht möchte. Warum? Das möchte ich hier ein wenig erklären….:

Bin ich „Medien-Geil“? Ja, ich denke schon. Ich stand öfters in der Zeitung, war einige male im Radio, war mal akkreditiert für das Big Brother Spektakel (2. Staffel, lang lang ist´s her und auch eine etwas lange Geschichte) in Köln-Hürth, habe auf großen Bühnen gestanden und Musik gemacht und es konnte nie genug Publikum da sein. Ich wurde gerne als Künstler angesehen und habe auch gerne Autogramme (ja, ernsthaft!) verteilt. Also ja: Ich bin für sowas zu haben.

Warum habe ich dann jetzt „Nein“ gesagt?

Es ist was ganz anderes. Adipositas ist immer noch (und das wird es auch immer bleiben) ein heikles Thema. Ich „war“ ja nicht „nur“ Fett, sondern es steckte viel mehr dahinter. Es ist eine Krankheit, egal ob Psychisch oder Körperlich. Es ist vollkommen egal. Krankheit bleibt Krankheit. Was ich aber auch als Krankheit empfinde, sind so Fernsehformate wie „Biggest Loser“ oder so ein Schrott. Hier werden „Dicke“ zur Schau gestellt. Und dieses Format vermittelt den glücklichen Normalgewichtigen: „Fette können abnehmen. Mit Sport und Diäten.“. Meines Erachtens (und das von vielen Wissenschaftlern) ist das es im großen und ganzen Quatsch ist und nicht so einfach geht. Ist es nicht schön Leute im Fernsehen zu beobachten die vor laufender Kamera verzweifeln und zusammenbrechen? Ist es nicht toll Menschen zu sehen die Fett sind, schwitzen und deren fette Plauze bei jeder zweiten Bewegung unterm T-Shirt hervorsticht? Macht es nicht Spaß anderen beim scheitern zuzusehen? Denn eins ist klar: Vom eigenen Scheitern abgelenkt zu werden macht mehr Spaß als sich selbst dabei zu zu sehen… Aber was hat das Ganze jetzt mit meiner Absage zu tun? Dafür sollte ich vielleicht kurz etwas zu der Anfrage und zu dem Format schreiben. Es handelte sich um eine Art Dokumentation über Menschen die etwas besonderes erlebt haben. Leute die ihr Schicksal erzählen wollen. Einige Szenen werden dann von Schauspielern nachgestellt, ansonsten wird das eigene Material (Foto´s, Video´s etc.) mit eingebunden. Das fertige Produkt wird dann auf einem Fernsehsender ausgestrahlt, der bei vielen als „nicht-so-seriös“ angesehen wird. Also nix öffentlich Rechtliches, sondern ein Privater. So weit, so gut. Auch erstmal garnicht schlimm. Ich habe ein Test-Video zugesendet bekommen mit einer Folge der Sendung die bereits so ausgestrahlt wurde. Dieses Format scheint es auch schon einige Jahre lang zu geben. Es sah auch sehr seriös aus. Natürlich ein wenig hier und da überspitzt, aber nun gut, dass gehört zu so einer Sendung dazu. Einschaltquoten erreicht man bekanntlich nicht mit langweilig erzählten Stories.

Ich habe mir einige Tage Zeit gelassen darüber nachzudenken und wollte auch nicht großartig beeinflusst werden. Ich habe es zwar einigen Freunden erzählt, aber nicht wirklich darüber diskutiert. Ich habe mir selbst die Frage gestellt ob ich es will und wenn ja: Warum ? und wenn nein: Warum ?.

Einerseits bin ich, wie oben erwähnt, Mediengeil. Andererseits handelt es sich hier um ein Thema was seriös und ernsthaft zu betrachten und zu hinterfragen ist. Was habe ich „großes“ erreicht das ich dafür ins Fernsehen sollte? Die einfache Antwort: „Nichts.“. Ich habe mich aufgrund einer Krankheit operieren lassen. Durch diese OP habe ich Gewicht verloren. Nicht durch „eisernen Willen“ und auch nicht durch irgendeinen Hokuspokus. Na klar, ist es nicht „nur“ ein bisschen operieren und dann ist gut. Es ist ein fortwährender, langer Prozess der mir mal Gefällt und mich teilweise nervt. Aber durch diesen restriktiven Eingriff in meinen Körper habe ich gar keine andere Chance mehr, als mich mit dem Thema extrem auseinander zu setzen. Bei einer Diät hätte (und das habe ich auch sehr oft) ich immer die Gelegenheit einen Rückzug zu machen und in alte Muster zu verfallen. Das habe ich jetzt nicht mehr. Das ist auch das was das Ganze kompliziert macht. Was das Ganze Super und Scheisse macht!

Super ist es weil meine Gesundheit einen Riesen Sprung in Richtung: Gesund gemacht hat. Scheisse ist es aber trotzdem wenn man Essen geht und nach einer Suppe satt ist, obwohl das Kleinhirn sagt: „Ess Steak! Du willst Steak! Und zwar 600gr. T-Bone!!“. Hörst Du dann auf Dein Hirn, sagt Dein Bypass Dir aber folgendes: „Geh zur Keramik, wenn nicht dann Kotze ich eben hier! Und zwar sofort! HAHAHAHAHAHA!!!“ (ungefähr so).

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten aus dessen der Zuschauer nach dieser Doku auswählen könnte:

  1. „Aha! Ich hab ja 15kg Übergewicht! Diäten gehen mir aufm Sack. Also: Dann lass ich mich halt operieren.“ – Ganz blöde. Somit wird eine Lebensrettende bariatrische OP zur Schönheits-OP umgemünzt. Ne, will ich nicht!!!
  2. „Der muß aber auf vieles Achten! Vitamine nehmen, alle 3 Monate Spritzen für B12, Magnesium, Calcium, Eisen… Proteine, Sport… Puhhh! Da kann ich meine 80kg Übergewicht nicht von Überzeugen. Dann bleibe ich lieber so wie ich bin!“ – Genauso blöde, denn hier gebe es die Chance das eigene Leben zu erhalten und zu verbessern…

Hier in meinem kleinen Blog und mit meinen paar Videos die ich alle Nase lang mal aktualisiere, mit den paar Zugriffen im Monat bin ich mehr als zufrieden. Hier kann ich UNGESCHNITTEN alles Erzählen was ich als wichtig Empfinde. Ich verliere ich nicht mein Gesicht. Hier bin ich Sascha. Das ist mir wichtig! Das ist mein kleines Lebenswerk, wo ich entscheide was damit passiert. Hier mache ich mich so zum Affen oder zum Prediger wie ich es meine. Bei dem Interview hätte ich KEIN Mitspracherecht über das geschnittene Material gehabt. Das gleicht einer Zensur. Da mache ich nicht mit.

Wenn ich es wirklich schaffen sollte den Marathon zu laufen, dann ist es was anderes. Dann habe ich ein Ziel erreicht, was man auch gerne Medial ausnutzen darf. Da darf ich mich als Held feiern lassen um mir selbst auf die Schulter zu klopfen und meinen eigenen Bauch zu pinseln.

Mein Ziel ist es anderen Adipositas-Kranken Menschen meinen Weg aufzuzeigen. Ohne das ich denke das es für jeden der richtige Weg ist. Ich möchte ein wenig Mut machen und etwas Trost spenden. Ich möchte allen Betroffenen einfach nur sagen: „Du bist nicht alleine!“ und zeigen wie ich mein Problem bewältigt habe. Aber ob ich es bewältige? Das ist noch ein weiter Weg, Gewichtsabnahme hin- oder her.

Aber eins habe ich gelernt: Ich kann auch Nein sagen wenn mir was nicht zu 100% passt und ich muß nicht alles mitmachen, was andere als „Cool“ empfinden.

In diesem Sinne!

Euer

Sascha.

 

 

Der Kilo des Grauens… (100,9kg)

Verdammt. Nur noch 1 blöder Kilo bis ich mein persönliches Ziel erreicht habe. Doch in letzter Zeit ist es so, dass es auch mal 1,5kg wieder rauf geht. Dann wieder 2 kg runter usw. Jetzt macht mein Körper es aber wirklich spannend. Ich bin mir aber sicher das ich diesen Kilo auch noch schaffe. 99,9kg ist greifbar. Das hätte ich vor 9 Monaten (wir erinnern uns: im Mai 2015 war die OP) mit meinen 170kg niemals gedacht. 

Aber hängt meine Haut?

Ja natürlich. Meine Plautze sieht es wie ne verschrumpelte Tomate und hängt recht tief. Aber als Tipp: Dafür gibt es „Bodyshaper“. Die Kosten um die 15€ bei Amazon und helfen wirklich. Es gab schon Leute die mich damit gesehen haben (ich trage die immer) und meinte: „Faszinierend, deine Haut hängt null, du siehst aus als wenn du immer so ausgesehen hattest…!“

Und ja: Ich bin Stolz! Ich liebe meinen Bypass, auch wenn der ab und an zickig ist. Ich habe keine Lebensqualität verloren, nur 400000% Lebensqualität dazu gewonnen. Ob ich es wieder machen würde? Jederzeit! 

 

BMI 29.9 :-)

Mit einem BMI von fast 45 hatte ich mit dem Multi-Modalen-Konzept angefangen. Jetzt sind es 29.9! Kein Adipositas Grad „Irgendwas“ mehr, sondern „Übergewichtig“ oder „Präadipositas“!!! 

Die ersten 57,8kg sind geschafft. Das Ziel wird immer erreichbarer. Sehr schön!! 🙂

  
  

Stillstände…

…sind wirklich frustrierend. Aber nunja. Die gehören dazu. So langsam komme ich in die Phase wo ich schon viele Artikel drüber gelesen habe. Die gefürchtete Stillstands-Phase. Man ist wirklich zu verwöhnt. Mehr als 55kg abgenommen und das in gerade einmal knapp 6 Monaten. Aber man verlangt mehr! Der Körper soll gefälligst die Fresse halten und abnehmen. Was weiß der schon? So einfach ist es aber nicht. Stillstände sind normal. Der Körper kann nicht nur dauerhaft abnehmen. Der braucht seine Pausen. Dann mal 200g zunehmen. Was Solls? Ich habe 36 Jahre gebraucht um dick zu werden. Und mein Körper soll meine Fehler innerhalb von 6 Monaten wieder gut machen? Viel verlangt. Dazu bekommt er noch ständig Bewegung. Das kennt er garnicht und muss auch noch damit umgehen, also Muskeln aufbauen etc..

Trotzdem. Wir Menschen sind einfach so. Wenn ich die Zahl auf der Waage sehe und diese stehen bleibt oder etwas nach oben geht, dann ist es wie ein kleiner, kurzer Schlag ins Gesicht. Von außen hin heißt es: „55 kg! Alter Schwede, man erkennt dich ja fast garnicht mehr!“. Meine Psyche sagt mir aber: „Noch 15kg!! Nur noch 15kg! Damit MUSST Du im Januar durch sein. Du weißt doch das es geht!! Du Loser hast nur gestern wieder mal ein Stück Schokolade gegessen! Selbst Schuld ich Idiot!“.

Ich will das garnicht kommentiert wissen. Ich weiß selbst wie blöde das ist. Ich muss eben noch viel lernen. Aber die letzten 6 Monate seit der OP waren echt heftig. Lehrreich und zufriedenstellend, mitunter aber auch frustrierend.

Weiter geht’s!

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